Das hier vorgestellte System eignet sich in unseren Augen vorzüglich um dem Pokerneuling vor finanziellem Schaden zu bewahren. Natürlich sollte das ausgewählte Spiel ein Limit-Spiel mit 10 Personen sein und dazu von preisgünstiger Struktur (maximal $0,5/$1 Limit Holdem) sein. Die Pokerparty kann beginnen!
Das Hutchison Punkte System für Texas Holdem dient vor allem dem Pokerneuling zur Bewertung seiner Startkarten. Wer sich daran hält, wird sicherlich beim Pokern keinen Schiffbruch erleiden. Im Gegenteil, es eignet sich vorzüglich um diszipliniert zu spielen. Bei korrektem Weiterspielen nach dem Flop kann durchaus im Bereich der niedrigen Limits bei einer PokerParty mit langfristigen Gewinnen gerechnet werden.
Woran liegt das? Der Hauptgrund, dass Spieler beim Poker Geld verlieren, ist dass sie zu viele Blätter spielen. Das Hutchinson Punkte System begrenzt die Anzahl der Startkarten, mit denen man eine wesentlich höhere Chance hat zu gewinnen. Während einem diese Bewertung bei vielen Entscheidungen bei Holdem, mit Flop, Turn und River, nicht helfen wird, vereinfacht es die Entscheidung welche Karten man behalten sollte oder von welchen man sich zu Beginn sofort trennen sollte. Dies ist unserer Ansicht das wichtigste Lernfeld für neue Pokerspieler.
Das Hutchison Punkte System
Die beiden Startkarten werden addiert:
Ass = 16 Punkte
König = 14 Punkte
Dame = 13 Punkte
Bube = 12 Punkte
Zehn = 11 Punkte
Alle anderen Karten haben den Wert ihres Kartenwertes (z B. 8 ist 8 Punkte wert, etc.)
Zusätzlich addiert wird:
Paar zum Start= +10.
Gleiche Farbe (Suited) = +4.
Verbunden = +3 (z B. 8-9, or Bube-Dame).
Lücke von einer Karte = +2 (z B.10-Dame).
Lücke von zwei Karten = +1 (z B. Bube-Ass).
Punkte-Auswertung:
30+ Top Karten, diese Karten können von jeder Position gespielt werden, wenn es keine Raises gab.
27+ Diese Karten können von einer mittleren (middle) oder hinteren (late) Position gespielt werden, vorausgesetzt es gab keine Raises.
25+ Sollte nur von der hinteren Position gespielt werden, falls es kein Raise gab.
Erhöht (raise) wird mit einer Gesamtpunktzahl von:
34+ In vorderer Position.
31+ In mittlerer Position.
29+ In hinterer Position.
Beispiele:
König-König: Dies sind 14+14 für die beiden Könige und extra 10 Punkte dafür, dass es ein Paar ist. Das sind zusammen 38 Punkte. Das ist sehr stark und gut spielbar.
Dame-Bube in einer Farbe (suited): 13+12 für die Karten, +4 für suited und +3 dafür das sie hintereinander folgen (verbunden sind). Das macht 32. Mit diesen Karten kann man den Big Blind in jeder Position callen, wenn es jedoch ein Raise gibt, sollte man den Raise nur in einer mittleren oder hinteren Position callen.
10-6 suited: 11+6 für die Karten, +4 suited=21 Punkte. Aussteigen! Das ist ein sehr gutes Beispiel für ein Blatt, mit welchen viele Anfänger weiterspielen und auf ein Flush oder eine Strasse hoffen. Sie werden fast immer verlieren und selbst wenn sie den Flush oder die Strasse bekommen gibt es eine recht hohe Chance, dass ein höhere Strasset oder Flush den Pot bekommt.
Hutchison Statistik
Der Autor der Formel gibt an, dass in Simulationen mit 10 Spielern, in denen jede Runde bis zum River gespielt wurde, nur Blätter mit 30 Punkten eine Gewinnchance von 17% haben. Wenn alle Spieler jede zufällige Hand spielen würden, hätte man eine Gewinnchance von 10%. Die 17 % ist daher eine Zunahme von 70%.
Abschließend sollte man bemerken, dass das Spiel Texas Holdem extrem komplex ist und dass eine einfache Formel nicht allen Variablen, die Gewinnen und Verlieren beeinflussen, gerecht werden kann. Aber bei aller Komplexität kann es nicht oft genug betont werden, dass der Fehler Nr. 1, den Anfänger machen, ist, zu viele Blätter zu spielen. Wenn du bisher nur Geld verloren hast dann ist das mit Sicherheit die Wurzel des Übels.
Das Hutchison Punkte System erleichtert es ein Entscheidungskriterium für die Startkarten zu finden und sollte in Low Limit Holdem zu Gewinne für den Anfänger führen.
Kritik am Hutchison Punkte-System
Das von Edward Hutchison ausgedachte System für Pocket Karten ist für Anfänger sicherlich sehr gut geeignet, um zumindest in der Pre-Flop-Phase das tighte Spielen zu erlernen, da die
zu spielenden Kombinationen für Anfangskarten gezielt reduziert werden. Es bietet dem
Spieler eine Basis für fold-/call-/raise-Entscheidungen und gibt ihm erste Einblicke zur
qualitativen Einordnung seiner Pocket Cards in Bezug zu den Karten untereinander und zur
Position am Tisch.
Das System ist jedoch sehr starr, wenn man es konsequent spielt. So werden zum Beispiel
Pärchen, welche niedriger als das Achterpärchen sind, nie gespielt. Weiterhin fehlen Bezüge
zur Spieleranzahl am Tisch und zu den vielen anderen Aspekten (z.B. dynamisches Spielen,
Blind Buy, etc) des Pre-Flop-Spiels. Jedoch, und da darf man dem System nicht Unrecht tun,
ist es in seinem Rahmen für Anfänger bestens geeignet ihr Startkarten Spiel (Pre-Flop-Spiel) zu kontrollieren.
Es gibt noch eines zu sagen. Belügen Sie sich niemals selbst. Es gibt viele Spieler, die halten sich nicht immer an so ein starres System. Sie halten sich z.B. nur zu 80 % an die Vorgaben und erliegen dem Pokerreiz bzw. ihrer Ungeduld. Das kostet natürlich Geld. Danach geben diese Spieler dem System die Schuld.
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